VfR 1920 Ilbenstadt e.V

Von Ilbenstadt über Chichester an den Riederwald

Seit dem vergangenen Juli trainiert ein Ilbenstädter die U-11-Mannschaft von Eintracht Frankfurt. Der 24-jährige Dominik Reichardt betreut zusammen mit zwei 27-jährigen Kollegen die 14 Jugendlichen des jüngsten Jahrgangs des Traditionsclubs im Leistungszentrum am Riederwald. Voraussetzung für diese verantwortungsvolle Arbeit war die Prüfung C-Lizenz Leistungsfußball im März 2014. Ein knappes Jahr lang war Reichardt damals mit dem erforderlichen Lehrgang beschäftigt.

Die Rasensportlaufbahn von Dominik Reichardt (der in Ilbenstadt strategisch günstig auf genau halber Strecke zwischen dem Rasen- und dem Hartplatz mit Blickkontakt zu beiden Plätzen wohnt) begann beim VfR. Sein Vater Ernst Reichardt, der heute als Ehrenspielführer des Ilbenstädter Traditionsclubs fungiert, meldete Dominik eine Woche nach der Geburt in Lich als Mitglied beim VfR an.

Reichardt spielte (übrigens für den OFC) in der Juniorenbundesliga U 17 und verzeichnete später Erfolge in England. Dort besuchte er 2008 und 2009 in West Sussex ein sportorientiertes College, um das Fachabitur zu erwerben. Zuerst spielte er beim Bognor Regis Town FC in der Conference League, später mit der Chichester College Academy in der College Premier League. Heute ist Dominik Reichardt beim SV Steinfurth (und damit in der gleichen Klasse wie der VfR) aktiv.

Dominik Reichardt ist „von Jugend an Eintracht-Fan“ (und erwarb Erfahrungen bei den Freunden in Offenbach). Er besitzt seit dem elften Lebensjahr Dauerkarten fürs Waldstadion und die Arena. Wenn er mit dem Bruder Oliver die Arena besucht, beginnt der Ausflug grundsätzlich mit einem Imbiss auf dem Waldparkplatz. Hinsichtlich einer Beteiligung der Eintracht am europäischen Fußballgeschehen im kommenden Jahr gibt der gelernte Bankkaufmann sich verhalten optimistisch und erinnert sich gerne an die tolle Atmosphäre in der Arena bei Spielen mit europäischer Beteiligung.

Der neue Jugendtrainer ist froh, dass sein Hauptarbeitgeber bereit war, seine Arbeitszeit zu reduzieren: „Sonst hätte ich bei der Eintracht nicht arbeiten können.“ Die zeitliche Belastung ist groß, denn es wird dreimal in der Woche trainiert. Dazu kommen die Trainersitzungen und die Fahrten an den Wochenenden. Reichardt fasst zusammen: „Ich bewundere den Einsatz der Jugendlichen, aber auch den Idealismus der Eltern, die für ihre Kinder so viel tun.“ Schließlich müssen die 14 Jungs häufig umhergefahren werden.

Die meisten U-11-Sportler kommen aus dem Stadtgebiet von Frankfurt, einige wohnen in Kronberg, Bad Homburg und Hanau. Die älteren Jugendlichen kommen manchmal auch von weiter her. Reichardt meint: „Es ist immer die Frage, was man dem Nachwuchs und den Eltern zumuten will.“ Denn die Schule gehe vor und „die Noten müssen stimmen“.

Reichardt lobt den Teamgeist, der bei der Eintracht durch alle Abteilungen weht. Thomas Schaaf hat sich hinsichtlich gesunder Vereinsstrukturen „große Erfahrungen in Bremen erworben“ und ist heute oft im Leistungszentrum der Eintracht zu Besuch: „Ihm liegt viel am Zusammenhalt und der Struktur des Vereins.“ Schaaf interessiere sich auch für das U-11-Team, obwohl er naturgemäß mit den älteren Jugendlichen viel mehr zu tun habe. Auch Haris Seferovic und Marc Stendera schauen öfter im Leistungszentrum vorbei und „haben keine Starallüren“.

Da verwundert es nicht, dass Reichardt Spaß an seiner Tätigkeit hat, zumal sie „wertgeschätzt wird“. Respekt hat er vor den Profis, die „ungezählte Termine wahrnehmen müssen“. Der Betrachter mache sich oft nicht bewusst, unter welchem Zeitdruck Bundesliga-Spieler stehen. Reichardts eigener Vertrag wurde, wie es bei solchen Kontrakten üblich ist, über ein Jahr abgeschlossen. Er betont: „Jedes Jahr, das ich dabei bin, bringt wertvolle Erfahrungen.“

Sein liebstes Hobby? Er sammelt Trikots. Glanzstück der Kollektion ist das WM-Trikot von 2014.

Tags: Aktuelles, Mitglieder

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